Ein großes Konzert der Zweisamkeit

Von unserer Mitarbeiterin Sabine Kaesser

Stuttgart/Römerkastell. Außergewöhnlich das Konzerterlebnis, beeindruckend die Nachwirkung und dies basierend auf einem einfachen Format. Wer ein 1:1 Konzert auf der Website der Stuttgarter Oper bucht, begibt sich auf ein musikalisches Neuland. Es bedarf jeweils eines Profimusikers, eines Zuhörers und einer Räumlichkeit in Stuttgart. Die so generierten Spenden helfen den freischaffenden Künstlern, ihre Existenz zu sichern.

Das Bedürfnis nach Musik, womöglich nach einem Konzertbesuch ist gewachsen. Raus aus den eigenen vier Wänden und rein in ein Erlebnis, welches unter Einhaltung aller Schutzmaßnahmen und möglicherweise gerade deshalb, befreit. Befreit, da Interpret und Zuhörer sich auf eine besondere Art vor Ort kennenlernen.

Eins zu eins Konzert im Römerkastell, Stuttgart

Der Zuhörer betritt den Raum, nimmt Platz, dann betrachten sich beide eine ganze Weile und der Musiker wählt ein Stück, wovon er glaubt, dass dies zu seinem Gegenüber passt. Allein dieser Augenblick ohne gesprochenes Wort besitzt eine große Weite und Achtsamkeit.

Dann ertönt ein Konzert nur für diesen einen Zuhörer. Die Musiker der Stuttgarter Staatsoper, des SWR Symphonieorchesters und weitere Interpreten freuen sich, spielen zu können. Unwillkürlich trägt die Musik und verbindet. Ob es das virtuose Finale aus der 4. Solosonate von Eugène-Auguste Ysaÿe war? Lebendig und aufwühlend und ein besonderes Momentum.  

Welch ein Erlebnis auch für den jeweiligen Profimusiker? Konzertieren sie häufig im Orchestergraben, sind mit einem anderen Publikumserlebnis vertraut, erleben nun eins zu eins die Reflexion des Zuhörgebrachten.

„Das war mein Highlight der letzten 5 Wochen“, lächelte Dorothee Tappe, als sie in die Sonne trat. Sie ist extra aus Pforzheim angereist, um in der Digital Garage bei Diconium im Römerkastell ihrem Konzert zu lauschen. „Geige!“, flüstert sie vor sich hin. Die Mutter von sechs Kindern hat sich mit diesem Konzert eine Freude und eine lange ersehnte Auszeit bereitet. Dass es ihr Lieblingsinstrument werden würde, davon war sie überrascht und diese Perfektion der Künstlerin? Tappe spielt selbst und ist deshalb umso mehr beeindruckt.

So reich die Erlebnisse der Besucher auch sein mögen, so ernst ist die Situation dahinter. Die Künstler erhalten keine Gage, jeder Besucher wird um eine Spende gebeten, die dem Nothilfefonds zugutekommt, der den freischaffenden Musikern die Sicherung ihrer Existenz ermöglicht.

„Seien Sie dabei und helfen Sie, die Kulturlandschaft nach dem Ende der Corona-Krise wieder erstrahlen zu lassen!“, liest sich der Apell der Veranstalter. Und sie werden zweifelsohne erhört. Prof. Kai Gniffke, Politikwissenschaftler und Journalist, hat jüngst über sein Erlebnis im Terminal 1 des Stuttgarter Flughafens der BBC ein Interview gegeben. Die New York Times berichtete am 13. Mai über ein Konzert im Flughafen. Inspiriert wurden die Konzerte von der Idee Marina Abromovics „the artist is present“, die im Jahr 2019 bei den Sommerkonzerten Volkenroda weiterentwickelt wurde.

Eines scheint klar: Die 1:1 Konzerte nehmen Fahrt auf. Musik braucht eben keine Worte.

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Kaesser GmbH Sabine Kaesser
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