Leseprobe | Redaktioneller Beitrag für die BKZ, Autorin: Sabine Kaesser

 

Philosophieren über den König in uns


ALTHÜTTE. Lustige kleine Kerle aus Bronze erklettern das Himmelsgerüst. Stützen einander und halten sich fest. Bronzeplastiken von Andreas Futter wollen bei der Ausstellung im Althütter Rathaus entdeckt werden. Halten sie uns einen Spiegel vor?

Bronze, einem gewichtigen Metall, gilt Futters ganze Konzentration. Wolkenschieber, Stelzenläufer, Tauzieher entzückten die Besucher bei der Eröffnung der Ausstellung. „Das Rathaus bietet sich an für eine Ausstellung, die Architektur gibt schon den Weg vor“, freute sich Futter, seine Bronzekunststücke auf der Brücke im ersten Stock betrachtend.

Bronzeplastiken von A. FutterDer auf der Alb geborene Schwabe, der bereits im schwäbischen Sinne klug geworden ist, studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart in der Fachklasse Malerei und Grafik, „intensiv und ausgiebig“, wie Gastgeber und Hausherr Reinhold Szcuka bei der Vernissage stolz betonte. Futter kam erst über die Malerei zur Bronze.

Stolz auf einen Aussteller wie den Wahlgmünder kann Bürgermeister Szcuka durchaus sein. Ist Futter doch kein Unbekannter. Der Künstler hat mehrere Großplastiken für den öffentlichen Raum erstellt. In Mössingen, Ofterdingen oder etwa in einem Kreisverkehr in Heubach. Die dortige Plastik „Zuversicht“ ist über sieben Meter hoch, und die Würfel und Menschen werden im Innern des Kunstwerkes von einem Stahlgerüst getragen. Die Themen, mit denen sich der Künstler hier und dort befasst, sind Gestalten, die Geschichten erzählen, verschmitzte Gesichter, wohlgeformte Körper, zum Berühren verleitende Figuren, Wolken, Gegenstände. Einfach und erklärlich auf den ersten Blick zum einen. Beispielsweise die Kletterer aber bieten eine offene Situation an. „Wo es nicht eindeutig bleibt, ist der Betrachter gefordert, mit seinen Gedanken zu spielen“, erklärt der Künstler. Welche Figur hält welche und was, wenn der eine den anderen loslässt? Lässt sich das Gleichgewicht noch halten, wie verändert sich die eben noch eindeutig geglaubte Situation?

Auch der immer wieder auftauchende König in seiner dickbäuchigen, gutmütigen Art regt die Gedanken an. Futter schafft mit seinen Werken „eine Symbiose von handwerklicher Kunst und fast literarischer Dimension“, so Sczuka. Ein König, der im Wägelchen sitzt – ganz fröhlich in dieser doch fast lächerlichen Situation. Eine Arbeit, die amüsiert und dazu anregt, über den König in jedem von uns zu philosophieren. Die uns auf eine leichtere Ebene führt und dem sich Wichtignehmen die lange Nase zeigt.

Futter kombiniert Figuren aus Mythologien, Könige und deren Hofstaat. Darüber vergisst der Zuschauer fast das handwerkliche Geschick, das hinter so einer Plastik steckt, das Filigrane, das Großartige, so leicht Wirkende.

Neben den Bronzeplastiken hat der Aussteller auch Szenen aus dem Leben mit Acrylfarben auf Papier gebannt. Und einige Radierungen, die den fliegenden Ikarus darstellen, geben dem Betrachter einen Einblick in den Schaffensreichtum des Künstlers. Die Ausstellung im Rathaus ist bis 12. April zu sehen.

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